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Doppelfoto Popp_Szalay

Bachmann meets Aussee

29.08.2026

Exklusive Lesung um 20:30 Uhr

Unter dem Titel „Bachmannpreis 2.0“ bekommen zwei Texte, die beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2026 bereits ihre erste öffentliche Bewährungsprobe erlebt haben, im Literaturhotel DIE WASNERIN noch einmal eine Bühne. Nicht als Wiederholung, sondern als zweite Begegnung. Denn Literatur verändert sich mit jedem Raum, mit jeder Stimme und mit jedem Publikum.

Ein literarischer Moment, zwei Autoren, die auf ganz unterschiedliche Weise für die Vielfalt der Gegenwartsliteratur stehen. Diesmal gibt es kein Finale, keine Jury und keine Punkte. Es geht um das, was vor all dem steht – um den Text selbst und um die Begegnung zwischen Literatur und Publikum.

Ticketbuchungen direkt unter info@diewasnerin.at oder + 43 (0) 3622 52108  – Ticketpreis: € 15,00 (Für unsere Hausgäste kostenfrei.)

Wolfgang Popp

Journalist, Ö1-Kulturredakteur liest seinen Text „Jetzt bin ich neugierig“. Mit präzisem Blick und feinem Gespür für Zwischentöne gehört er zu jenen Autoren, die Alltägliches in Literatur verwandeln und dabei überraschende Perspektiven eröffnen.

Geboren 1970 in Wien, studierte er Sinologie und Geschichte in Wien sowie in Chengdu (V.R. China). Anschließend war er als Studienreiseleiter in Fernost und Südostasien tätig. Sein Dokumentarfilm How the Night Was Won and Where It Got Us über das Nachtleben in Peking wurde 2003 auf der Diagonale in Graz gezeigt.

Seit 2008 arbeitet er als Kulturredakteur bei Ö1. Neben seiner journalistischen Tätigkeit schreibt Popp Romane und Essays. Er lebt und arbeitet in Wien. Im Jahr 2026 nahm er mit seinem Text Jetzt bin ich neugierig am Bachmann-Wettbewerb teil.

Bücher:
Der Philosoph im Topf. Essende Denker, denkende Esser (mit Klaus Ebenhöh). Residenz, St. Pölten 2008
Ich müsste lügen. Roman. Folio, Bozen 2013
Die Verschwundenen. Roman. Edition Atelier, Wien 2015
Wüste Welt. Roman. Edition Atelier, Wien 2016
Die Ahnungslosen. Roman. Edition Atelier, Wien 2018

Foto ®Raab

UNFOLLOW STELLA
Dublin im Frühling. Patsy Logans Leben steht still. Beruflich wie privat zwischen allen Stühlen, sucht sie nach dem Knopf für ihren Neustart. Und bald auch nach einer Vermissten. Die österreichische ExJournalistin Stella Schatz, die seit einiger Zeit in Dublin lebt, ist verschwunden. Ihre Familie befürchtet das Schlimmste, doch gibt es keine Hinweise auf ein Verbrechen, und damit vorerst keinen Grund für Ermittlungen. So wendet sich die Verwandtschaft an Sam Feuerstein, Polizeiattache in der österreichischen Botschaft in Dublin – und der bittet Patsy um Hilfe. Für die ist die Suche nach Stella eine willkommene Ablenkung von ihrem eigenen Leben. Gemeinsam beginnen Patsy und Sam die letzten Tage vor Stellas Verschwinden nachzuvollziehen, tauchen tiefer ein in Stellas Doppelleben auf der Schattenseite der Sozialen Medien – und setzen dadurch eine Spirale immer bedrohlicherer Ereignisse in Gang.

„Ein Krimi wie die irische See – rau und einnehmend, kühl und aufregend, aber vor allem: erfrischend!“

Christoph Szalay

Lyriker, Performer und Grenzgänger zwischen Literatur und anderen Kunstformen, präsentiert seinen Text „Amiata“. Seine Sprache ist poetisch, konzentriert und zugleich offen für unterschiedliche Lesarten. Ein Schreiben, das Bilder entstehen lässt und lange nachhallt.

Geboren 1987 in Graz, studierte Germanistik in Graz sowie Kunst im Kontext an der Universität der Künste Berlin. Er lebt und arbeitet im Oberen Ennstal. Seine künstlerische und kuratorische Praxis umfasst transdisziplinäre Arbeiten in unterschiedlichen Konstellationen und Kunstkontexten.

Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen H U R T. mit Zeichnungen von Sarah Sternat (Graz/Klagenfurt: Ritter, 2024) sowie S O F T (Acts of Tenderness), ein limitiertes Kartenset (Center for Social Vision, Sofia, 2023).

Zu den Auszeichnungen und Stipendien (Auswahl) gehören die Teilnahme an den 50. Tagen der deutschsprachigen Literatur (eingeladen von Brigitte Schwens-Harrant), ein Writer-in-Residence-Aufenthalt in Monticello Amiata (2026), das Kunstraumstipendium des Landes Steiermark (2023–2024), der Alice Salomon Poetik Preis (2019) sowie ein Stipendium der Akademie Schloss Solitude (Bildende Kunst | Theorie, 2018–2019).

Klapperstorch

Das ist schon blöd, wenn du in der Früh auf den Balkon trittst und ein Klapperstorch in deinem Garten steckt. Blöd deshalb, weil deine Frau nicht schwanger ist und das überhaupt nicht lustig findet. Und für die Liesl ist es doppelt blöd, weil sie alle in Öd für schwanger halten und denken, dass sie dahintersteckt, weil sie sich den in Österreich weltbekannten Showmoderator Adam Möschl angeln wollte, bevor er in den Ruhestand abtaucht. Als er dann auch noch in seinem alten Wohnmobil in Flammen aufgeht, ist allen klar: Die Liesl war es. Dabei war es doch ganz anders. Aber wie soll sie der Welt beweisen, dass sie nicht schwanger ist, obwohl sie es doch so gern wäre. Nur halt nicht vom Möschl. Und ermordet hat sie ihn auch nicht.

Kurt Palm

1955 in Vöcklabruck geboren, lebt er als Autor und Regisseur in Wien. Palm wurde mit der gefeierten TV-Produktion »Phettbergs Nette Leit Show« (1994-96) bekannt. Sein Bestseller »Bad Fucking« (Residenz 2010) wurde 2011 mit dem Friedrich Glauser-Preis für den besten deutschsprachigen Krimi des Jahres ausgezeichnet und war auch als Film erfolgreich. Sein 2022 erschienener Roman »Der Hai im System« (Leykam ), wurde mit dem Leo Perutz-Preis ausgezeichnet.

Foto ®Minitta Kandlbauer

Trockenes Feld

Kurt Palm schreibt in diesem Buch erstmals über seine Familiengeschichte. ­Welche ­Traumata sind uns und unseren Leben ­e­ingeschrieben, die durchaus Gänsehaut ­erzeugen?

»Meine Eltern wurden aus Jugoslawien vertrieben und wir sind froh, dass wir so eine schöne Wohnstube besitzen«, schreibt Kurt Palm 1964 in sein Schulheft. Seine Mutter musste 1943 auf einem Pferdewagen aus Suhopolje in Kroatien fliehen, Ziel: unbekannt. Sein Vater wurde als 18-Jähriger vom Schweinestall an die Front geschickt, um in einer deutschen Uniform gegen Partisanen in Slowenien und Frankreich zu kämpfen. Trotzdem hatte die Biografie der Eltern für den jugendlichen Sohn kaum eine Bedeutung, sie waren einfach seine Eltern. Erst nach ihrem Tod beginnt er über seine Herkunft, über Fluchterfahrungen, über Täterschaft und Mitläufertum nachzudenken.

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