Die LITERASEE Literaten 2017

Beim LITERASEE Wortfestival vom 21. - 23.04.2017 waren diese LiteratInnen dabei.

Jan Wagner

Jan Wagner LITERASEE 2016

Geboren 1971 in Hamburg, lebt in Berlin. Für seine Lyrik wurde er vielfach ausgezeichnet. Für seinen Gedichtband Regentonnenvariationen erhielt er 2015 den Preis der Leipziger Buchmesse.

Sein Buch „Der verschlossene Raum“ erschien am 13. März 2017.

© Villa Massimo/Alberto Novelli

Walter Grond

WAlter Grond Literat LITERASEE Wortfestival

Geboren 1957 in Mautern/Steiermark. War unter anderem Herausgeber der Literaturreihe „Essay“ und der Zeitschriften Nebelhorn, Künstlerischer Leiter von ELIT Literaturhaus Europa und den Europäischen Literaturtagen in der Wachau.

Sein Buch „Drei Lieben“ erschien im Februar 2017.

© Daniela Matejschek

AUSVERKAUFT - Fanzobel

Franzobel Literat LITERASEE Wortfestival

Geboren 1967 in Vöcklabruck/Oberösterreich. Er ist einer der populärsten und polarisierendsten österreichischen Schriftsteller. Er erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 1995 den Ingeborg-Bachmann-Preis und 2002 den Arthur-Schnitzler-Preis.

Sein Buch „Das Floß der Medusa“ erschien am 31. Jänner 2017.

© Dirk Skiba

Alissa Walser

Alissa Walser Literatin LITERASEE Wortfestival

Geboren 1961 in Friedrichshafen. Tochter von Martin Walser, ist Schriftstellerin, Malerin und Übersetzerin. Sie lebt in der Nähe von Frankfurt am Main. 1981-1986 Studium der Malerei in Wien und New York. Auszeichnungen: 1992 Ingeborg-Bachmann-Preis; 2010 Literaturpreis Leuk.

Ihr Buch „Eindeutiger Versuch einer Verführung“ erschien am 20. Februar 2017.

© Peter-Andreas Hassiepen

Clemens Meyer

Clemens Meyer Literat LITERASEE Wortfestival

Geboren 1977 in Halle/Saale, lebt in Leipzig. Für sein Werk erhielt Clemens Meyer zahlreiche Preise, darunter den Preis der Leipziger Buchmesse. „Im Stein“ stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und wurde mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet.

Sein Buch „Die stillen Trabanten“ erschien am 16. März 2017.

© Gaby Gerster

Annette Mingels

Annette Mingels Literatin LITERASEE Wortfestival

Annette Mingels, geboren 1971 in Köln. Sie studierte Germanistik und promovierte über Dürrenmatt und Kierkegaard. 2003 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, dem drei weitere und ein Erzählband folgten. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Ihr Buch „Was alles war“ erschien am 6. März 2017.

© Hendrik Lüders

Die Literaten 2016

Beim Literasee Wortfestival vom 22. - 24.04.2016 waren diese LiteratInnen dabei.

Marjana Gaponenko

Marjana Gaponenko Literasee 2016 WASNERIN Bad Ausee

Marjana Gaponenko wurde 1981 in Odessa (Ukraine) geboren und studierte dort Germanistik. Nach Stationen in Krakau und Dublin lebt sie nun in Mainz und Wien. Sie schreibt seit ihrem sechzehnten Lebensjahr auf Deutsch. 2010 erscheint ihr erster Roman "Annuschka Blume". Für den Roman "Wer ist Martha?" wurde sie mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis und dem österreichischen Literaturpreis Alpha ausgezeichnet. Ihr erstes Theaterstück "Zu den Sternen (a cosmic affaire)" erscheint 2015. Ihre freie Zeit verbringt Marjana Gaponenko mit ihren Haflingern.

"Das letzte Rennen" (erschien am 10.02.2016)

Komisch, grotesk, hellsichtig und voll schwarzem Humor und Melancholie erzählt Marjana Gaponenko in ihrem neuen Roman vom bösen Erwachen eines modernen Taugenichts, der auf drastische Weise einige hilfreiche Lektionen fürs Leben lernt.
Kaspar, ein verwöhnter junger Mann in der guten Wiener Gesellschaft, studiert etwas ziellos vor sich hin und scheint von den Menschen, insbesondere den Frauen um ihn, weniger zu verstehen als von den Ponys, die sein wohlhabender Vater sammelt. Der Vater Adam, ein aus Polen stammender Ingenieur und Selfmademan, verehrt Pferdekutschen und Kutschpferde und liefert sich mit dem einzigen Sohn ein verhängnisvolles Rennen.

Clemens Setz

Clemens Setz Literasee 2016 WASNERIN Bad Ausee

Clemens J. Setz wurde 1982 in Graz geboren, wo er Mathematik sowie Germanistik studierte und heute als Übersetzer und freier Schriftsteller lebt. 2011 wurde er für seinen Erzählband Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Sein Roman Indigo stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2012 und wurde mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft 2013 ausgezeichnet. 2014 erschien sein erster Gedichtband Die Vogelstraußtrompete.

"Die Stunde zwischen Frau und Gitarre"

In einem Wohnheim für behinderte Menschen wird die junge Natalie Reinegger Bezugsbetreuerin von Alexander Dorm. Der Mann sitzt im Rollstuhl, ist von unberechenbarem Temperament und gilt als »schwierig«. Dennoch erhält er jede Woche Besuch – ausgerechnet von Christopher Hollberg, jenem Mann, dessen Leben er vor Jahren zerstört haben soll, als er ihn als Stalker verfolgte und damit Hollbergs Frau in den Selbstmord trieb. Das Arrangement funktioniere zu beiderseitigem Vorteil, versichert man Natalie, die beiden seien einander sehr zugetan. Aber bald verstört die junge Frau die unverhohlene Abneigung, mit der Hollberg seinem vermeintlichen Freund begegnet. Sie versucht, hinter das Geheimnis des undurchschaubaren Besuchers zu kommen und die Motive seines Handelns zu verstehen.

»... der provokativste, intelligenteste, sprachmächtigste und verstörendste Roman des Jahres«

Isabel Bogdan

Isabel Bogdan Smilla Dankert Literasee 2016 WASNERIN Bad Aussee

Preisgekrönte Übersetzerin liest zum ersten Mal in Österreich. Die deutsche Stimme von Jane Gardam („Der untadelige Mann", „Eine treue Frau"), Jonathan Safran Foer und Nick Hornby. Jahrgang 1968, hat in Heidelberg und Tokyo Anglistik und Japanologie studiert. Sie lebt in Hamburg und arbeitet als Übersetzerin, Autorin und Herausgeberin. „Der Pfau" ist ihr erster Roman. Aus der Jury des Hamburger Förderpreises: „Isabel Bogdan hat einen Reigen von unvergesslichen Figuren geschaffen." Und weiter: „Ihr gelingt eine Ironie durch stilistische Verknappung, die den Vergleich mit Autoren wie Alan Bennett nicht zu scheuen braucht." Seit über 20 Jahren reist sie regelmäßig auf ein abgelegenes Anwesen am Fuße der schottischen Highlands.

"Der Pfau"

„Einer der Pfauen war verrückt geworden." Dadurch bringt er das Teambuilding-Wochenende einer Bankergruppe gehörig durcheinander. Eine subtile Komödie in bester britischer Manier – spielt in den schottischen Highlands, könnte aber auch in den Ausseer Bergen passieren!

Thea Dorn

Thea Dorn Literasee 2016 WASNERIN Bad Aussee

Thea Dorn, geboren 1970, studierte Philosophie und Theaterwissenschaften in Frankfurt, Wien und Berlin und arbeitete als Dozentin und Dramaturgin. Sie schrieb eine Reihe preisgekrönter Romane und Bestseller (u.a. "Die Hirnkönigin"), Theaterstücke, Drehbücher und Essays (u.a. "Die neue F-Klasse – Wie die Zukunft von Frauen gemacht wird") und zuletzt mit Richard Wagner den Sachbuch-Bestseller „Die deutsche Seele“. Sie moderierte die Sendung "Literatur im Foyer" im SWR-Fernsehen und kuratierte unter dem Motto "Hinaus ins Ungewisse!" das "forum:autoren" beim Literaturfest München 2012. Der Film "Männertreu", zu dem sie das Drehbuch geschrieben hat, wurde 2014 mit dem "Deutschen Fernsehpreis" als bester Fernsehfilm ausgezeichnet. Thea Dorn lebt in Berlin.

"Die Unglückseligen" (erschien am 29.02.2016)

Der große Roman über die Sehnsucht nach Unsterblichkeit

Johanna Mawet ist Molekularbiologin und forscht an Zebrafischen zur Unsterblichkeit von Zellen. Während eines Forschungsaufenthalts in den USA gabelt sie einen merkwürdigen, alterslosen Herrn auf. Je näher sie ihn kennenlernt, desto abstrusere Erfahrungen macht sie mit ihm. Schließlich gibt er sein Geheimnis preis. Er sei der Physiker Johann Wilhelm Ritter, geboren 1776. Starker Tobak für eine Naturwissenschaftlerin von heute. Um seiner vermeintlichen Unsterblichkeit auf die Spur zu kommen, lässt sie seine DNA sequenzieren. Als Johannas Kollegen misstrauisch werden, bleibt dem sonderbaren Paar nur eines: die Flucht, dorthin, wo das Streben nach wissenschaftlicher Erkenntnis und schwarze Romantik sich schon immer gerne ein Stelldichein geben - nach Deutschland.

In ihrem ersten Roman seit "Die deutsche Seele" nimmt Thea Dorn uns mit in die Extreme moderner Biomedizin und zieht uns zugleich in die Untiefen einer romantischen Seele. „Die Unglückseligen“ ist ein großes Lese- und Erkenntnisvergnügen, in dem sich die lange Tradition des Fauststoffes zeitgemäß spiegelt.

Hans Platzgumer

Foto: Chris Nils Laine, Hans Platzgumer Literasee 2016 WASNERIN Bad Ausee

Hans Platzgumer geboren 1969 in Innsbruck, lebt in Bregenz. Er studierte an der Musikhochschule in Wien, absolvierte ein Filmmusik-Studium in Los Angeles und veröffentlicht in unterschiedlichen Formationen elektronische Musik. Er schreibt Romane, Hörspiele, Opern, Theatermusik und Essays. Hans Platzgumer gilt als Chamäleon der österreichischen Musikszene. Er hat seit 1987 mehr als 50 Alben veröffentlicht, 25 Soundtracks erstellt und über 1000 Konzerte gegeben. Er wurde mit diversen Auszeichnungen bedacht (u.a. New York Radio Award, Goldene Schallplatte mit André Heller).

"Am Rand" (erschien am 01.02.2016)

Wozu ist man fähig in der Überzeugung, das Richtige zu tun?

Ein Mensch steigt früh am Morgen auf einen Berg. Sobald es dunkel ist, will er einen letzten Schritt tun. Schon immer lagen der Tod und das Glück für Gerold Ebner nah beieinander. Als Kind hat er seinen ersten Toten gesehen. Später hat er zwei Menschen eigenhändig den Tod gebracht: Er erlöste seine Mutter vom terrorisierenden Großvater und seinen besten Freund von dessen Leiden. Doch ist er damit zum Mörder geworden? Noch einmal entscheidet sich Gerold gegen das Gesetz und findet so sein eigenes Glück, das ihm der Tod wieder nimmt ... Fesselnd bis zum Schluss schildert der Ich-Erzähler die Ereignisse, die ihn an den Rand eines Felsens geführt haben.

Martin Walser

Martin Walser Literasee 2016 WASNERIN Bad Aussee

Martin Walser, 1927 in Wasserburg geboren, lebt in Überlingen am Bodensee. Für sein literarisches Werk erhielt er zahlrei-che Preise, darunter 1981 den Georg- Büchner-Preis und 1998 den Friedens-preis des deutschen Buchhandels. Außer-dem wurde er mit dem Orden «Pour le Mérite» ausgezeichnet und zum «Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres» ernannt.

"Ein sterbender Mann"

Theo Schadt, 72, Firmenchef und auch als „Nebenherschreiber“ erfolgreich, wird verraten. Verraten ausgerechnet von dem Menschen, der ihn nie hätte verraten dürfen: Carlos Kroll, seinem engs-ten und einzigen Freund seit 19 Jahren, einem Dichter. Beruflich ruiniert, sitzt Theo Schadt jetzt an der Kasse des Tangoladens seiner Ehefrau, in der Schellingstraße in München. Und weil er glaubt, er könne nicht mehr leben, wenn das, was ihm passiert ist, menschen-möglich ist, hat er sich in einem Online-Suizid-Forum angemeldet. Da schreibt man hin, was einem geschehen ist, und kriegt von Menschen Antwort, die Ähnliches erfahren haben. Das gemeinsame Thema: der Freitod. Eines Tages, er wieder an der Kasse, löst eine Kundin bei ihm eine Lichtexplosion aus. Seine Ehefrau glaubt, es sei ein Schlaganfall, aber es waren die Augen dieser Kundin, ihr Blick. Sobald er seine Augen schließt, starrt er in eine Lichtflut, darin sie. Ihre Adresse ist in der Kartei, also schreibt er ihr – jede E-Mail der Hauch einer Weiterle-bensillusion. Und nach achtunddreißig Ehejahren zieht er zu Hause aus. Sitte, Anstand, Moral, das gilt ihm nun nichts mehr. Doch dann muss er erfahren, dass sie mit dem, der ihn verraten hat, in einer offenen Beziehung lebt. Ist sein Leben “eine verlorene, nicht zu gewinnende Partie"? Martin Walsers neuer Roman über das Altsein, die Liebe und den Verrat ist beeindruckend gegenwärtig, funkelnd von sprachlicher Schönheit und überwältigend durch seine beispiellose emotionale Kraft.

„Ein bewundernswert verrückter und verwilderter Liebesroman. [...] ein großartiges shakespearehaftes Lebensschauspiel und ein energisches und in dieser Energie beeindruckendes Nichtsterbenwollen-Buch eines Achtundachtzigjährigen.“ Die Zeit

Anna Mitgutsch

© Bogenberger/autorenfotos.com Anna Mitgutsch Literasee 2016 WASNERIN Bad Ausee

Anna Mitgutsch wurde in Linz geboren. Sie unterrichtete Germanistik und amerikanische Literatur an österreichischen und amerikanischen Universitäten, lebte und arbeitete viele Jahre in den USA. Sie erhielt für ihr Werk zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Solothurner Literaturpreis. Seit 1974 verfasste sie eine Vielzahl von Essays zur Gegenwartsliteratur. Zuletzt erschienen bei Luchterhand die Romane „Familienfest“, „Zwei Leben und ein Tag“ und „Wenn du wiederkommst“ sowie der Essayband „Die Welt, die Rätsel bleibt“.

2015 erhielt Anna Mitgutsch das Ehrendoktorat der Universität Salzburg

"Die Annäherung" (erschien am 08.03.2016)

Die berührende Geschichte einer schwierigen Vater-Tochter-Beziehung. Als er wegen eines Schwächeanfalls in ein Krankenhaus eingeliefert wird, spürt Theo, dass er am Ende seines Lebens angekommen ist: Er ist alt und fortan pflegebedürftig, was ihn eine Ohnmacht und Hilflosigkeit spüren lässt, die er bisher nicht kannte. Er zieht Bilanz, ist in Gedanken oft bei seiner früh verstorbenen ersten Frau, deren Sterben er erst jetzt richtig begreift, und er erinnert sich an nicht mehr gut zu machende Versäumnisse, während ihm die Gegenwart und die bisher glückliche Ehe mit Berta aus dem Gleichgewicht geraten. Aber auch dieses letzte Lebensjahr bringt noch einmal Glück und einen Neuanfang durch die junge ukrainische Pflegerin Ludmila, die sein Herz erreicht. Seine Reise zu Ludmilla in die Ukraine wird zu einer Spurensuche in die Vergangenheit, zu einem Versuch der nie geglückten Auseinandersetzung zwischen der Kriegsgeneration und den Nachgeborenen.
Anna Mitgutschs Figuren balancieren auf dem schmalen Grat zwischen Nähe und Ferne, Zuneigung und Ressentiment, Schuld und Schuldlosigkeit auf eine Lösung – vielleicht Erlösung – zu, die es niemals geben kann. Bis sie begreifen, dass das Glück ein Schwebezustand ist, der niemals enden muss, und ihr gespanntes Schweben ein Glück.

Jörg Magenau

Jörg Magenau Literasee 2016 WASNERIN Bad Aussee

Magenau studierte an der FU Berlin Philosophie und Germanistik und gehörte er zu den Gründern der Wochenzeitung der Freitag. Nach einer Zwischenstation bei der Wochenpost wechselte er 1997 zur taz. Von 1999 bis 2002 schrieb er vor allem für der „Berliner Seiten“ der FAZ. Seither ist er freier Autor, unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Deutschlandradio Kultur, taz und den Tagesspiegel. 1995 wurde seine Arbeit für den Freitag mit dem Alfred-Kerr-Preis ausgezeichnet, 2005 erhielt er den Journalistenpreis Bahnhof. Er schrieb umfassende Biografien über Christa Wolf (2002) und Martin Walser (2005). 2007 publizierte er das zeitgeschichtliche Buch „Die taz – Eine Zeitung als Lebensform“. Er wirkt in zahlreiche Jurys mit und betätigt sich auch als Moderator literarischer Veranstaltungen. Jörg Magenau lebt in Berlin.

Die Literaten 2015

Das Literasee Wortfestival vom 24. - 26.04. 2015 war ein voller Erfolg. Diese LiteratInnen waren dabei.

Margarita Kinstner

Margarita Kinstner LITERASEE 2015

Margarita Kinstner, geboren 1976 in Wien, hat bisher in Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht. "Mittelstadtrauschen" ist ihr erster Roman. Mitglied des Grazer Autorinnen und Autoren Kollektiv (GRAUKO). Redaktionsmitglied der Literaturzeitschrift „&Radieschen“. Mitglied der Wiener Lesebühne „NochDichter“.

"Mittelstadtrauschen"

Als Marie im Café stolpert und einen Kaffee umstößt, lernt sie nicht nur Jakob kennen, sondern setzt damit auch eine Reihe von Geschichten in Gang. Jakob verliebt sich in Marie und trennt sich von seiner Freundin Sonja, die bald darauf jemand anderen trifft: Gery. Er war der beste Freund von Joe - der früher mit Marie zusammen war und sich mit einem spektakulären Sprung in den Donaukanal das Leben genommen hat. Ein mysteriöses Testament taucht auf, das im Prater verlesen werden soll - in Anwesenheit von Gery und Marie. Ein Debüt aus Österreich, eine Liebesgeschichte, märchenhaft und modern zugleich, ein Roman über Einsamkeit, Freundschaft, Sehnsucht und Liebe - in Wien, der „Stadt der Seele“.

 

Sigrid Löffler

Sigrid Löffler LITERASEE 2015

Sigrid Löffler, Jahrgang 1942. Studium der Anglistik, Germanistik und Philosophie in Wien. Seit 1968 Journalistin: Redakteurin bei der Wiener Tageszeitung «Die Presse» bis 1972, Leiterin des Kulturressorts beim österr. Nachrichtenmagazin «profil» bis 1993, danach freischaffende Publizistin und Kritikerin für deutsche und Schweizer Zeitungen, Zeitschriften und Sendeanstalten, langjährige Wiener Kulturkorrespondentin der «Süddeutschen Zeitung». 1996–99 Feuilleton-Chefin der Hamburger Wochenzeitung «Die Zeit». 1987–2000 ständige Teilnehmerin an der ZDF-Sendung «Das Literarische Quartett». Verschiedentlich Lehrbeauftragte und Gastdozentin an amerikanischen, deutschen und österreichischen Universitäten wie Georgetown, Columbia University New York, Boston University, Göttingen, Bochum, Bielefeld oder Wien; 2000–2008 Chefredakteurin und Herausgeberin der von ihr gegründeten Monatszeitschrift «Literaturen» in Berlin. Seither freischaffende Publizistin, Moderatorin und Kritikerin für deutsche und österreichische elektronische und Print-Medien. Verheiratet. Lebt in Berlin.

Veröffentlichungen:

«Die neue Weltliteratur und ihre großen Autoren» (C. H. Beck Verlag 2013)

«Kritiken Portraits Glossen» (Deuticke Verlag 1995)

Auszeichnungen u. a.:

Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik (1983)

Bayerischer Fernsehpreis (1991)

Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik (1992)

Publizistik-Preis der Stadt Wien (2001)

Journalistenpreis des Deutschen Anglistenverbandes (2003)

Ehrendoktorwürde der Universität Bielefeld (2010)

"Die neue Weltliteratur

und ihre großen Erzähler"

Die Literatur der Welt ist in Bewegung: Als Ergebnis der Entkolonialisierung der 60er- und der Globalisierung der letzten 30 Jahre ist eine völlig neue, nicht-westliche Literatur entstanden, die zumeist von Migranten und Sprachwechslern aus ehemaligen Kolonien und Krisenregionen geschrieben wird. Nomadische Autoren erzählen farbig und prall, reflektiert und in den unterschiedlichsten Tönen Geschichten über gemischte Herkünfte und hybride Identitäten, transnationale Wanderungen und schwierige Integrationen. Sigrid Löffler stellt ihre wichtigsten Repräsentanten vor, ordnet ihre Werke bestechend und klug in die großen politisch-kulturellen Konfliktfelder der Gegenwart ein, von V.S. Naipaul, Salman Rushdie, Michael Ondaatje und J.M. Coetzee bis zu Aleksandar Hemon, Teju Cole und Gary Shteyngart.

John Burnside

John Burnside LITERASEE 2015

John Burnside, geboren 1955 in Schottland, ist einer der profiliertesten Autoren der europäischen Gegenwartsliteratur. Der Lyriker und Romancier wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Corine-Belletristikpreis des ZEIT-Verlags, dem Petrarca-Preis und dem Spycher-Literaturpreis.

"Haus der Stummen"

Aus dem Englischen von Bernhard Robben. John Burnside ist einer der faszinierendsten Literaten unserer Zeit, der in seinen Werken immer wieder die Abgründe der menschlichen Natur erkundet. Bereits in seinem ersten Roman zeigt sich Burnsides Meisterschaft: In spannungsgeladenen Sätzen zeichnet er das Porträt eines jungen Mannes, der von maßlosem Forschergeist in den Wahnsinn getrieben wird.

„In „Haus der Stummen“ zeigt sich Burnside bereits ganz auf der Höhe seiner kühlen morbiden Kunst.“ DeutschlandRadio „Studio 9“, Sigrid Löffler (09.09.2014)

Nino Haratischwilli

Nino Haratischwilli LITERASEE 2015

Nino Haratischwili, geboren 1983 in Tbilissi, ist preisgekrönte Theaterautorin und -regisseurin (mit bislang 17 Uraufführungen, u.a. am Thalia-Theater). 2010 wurde ihr der Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis verliehen. Ihr Romandebüt Juja (2010) war auf der Longlist des Deutschen Buchpreises sowie auf der Shortlist des ZDF-aspekte-Literaturpreises und gewann 2011 den Debütpreis des Buddenbrookhauses Lübeck. Im selben Jahr wurde sie für ihren zweiten Roman Mein sanfter Zwilling (2011) mit dem Preis der Hotlist der unabhängigen Verlage ausgezeichnet. Zuletzt erschien ihr Einakter „Die zweite Frau“ in der Anthologie Techno der Jaguare – Neue Erzählerinnen aus Georgien (FVA 2013). Für ihren neuen Roman Das achte Leben (Für Brilka) erhielt sie ein Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung für Recherchen in Russland und Georgien. Die Autorin lebt in Hamburg.

"Das achte Leben (für Brilka)"

Georgien, 1900: Mit der Geburt Stasias, Tochter eines angesehenen Schokoladenfabrikanten, beginnt dieses berauschende Opus über sechs Generationen. Stasia wächst in der wohlhabenden Oberschicht auf und heiratet jung den Weißgardisten Simon Jaschi, der am Vorabend der Oktoberrevolution nach Petrograd versetzt wird, weit weg von seiner Frau. Als Stalin an die Macht kommt, sucht Stasia mit ihren beiden Kindern Kitty und Kostja in Tbilissi Schutz bei ihrer Schwester Christine, die bekannt ist für ihre atemraubende Schönheit. Doch als der Geheimdienstler Lawrenti Beria auf sie aufmerksam wird, hat das fatale Folgen ...

Deutschland, 2005: Nach dem Fall der Mauer und der Auflösung der UdSSR herrscht in Georgien Bürgerkrieg. Niza, Stasias hochintelligente Urenkelin, hat mit ihrer Familie gebrochen und ist nach Berlin ausgewandert. Als ihre zwölfjährige Nichte Brilka nach einer Reise in den Westen nicht mehr nach Tbilissi zurückkehren möchte, spürt Niza sie auf. Ihr wird sie die ganze Geschichte erzählen: von Stasia, die still den Zeiten trotzt, von Christine, die für ihre Schönheit einen hohen Preis zahlt, von Kitty, der alles genommen wird und die doch in London eine Stimme findet, von Kostja, der den Verlockungen der Macht verfällt und die Geschicke seiner Familie lenkt, von Kostjas rebellischer Tochter Elene und ihren Töchtern Daria und Niza und von der Heißen Schokolade nach der Geheimrezeptur des Schokoladenfabrikanten, die für sechs Generationen Rettung und Unglück zugleich bereithält.

Doris Knecht

Doris Knecht LITERASEE 2015

Doris Knecht, geboren in Vorarlberg, ist Kolumnistin («Kurier», «Falter») und Schriftstellerin. Ihr erster Roman "Gruber geht" (2011) war für den Deutschen Buchpreis nominiert. Seit kurzem läuft der Film in din Kinos. Für ihren vielgelobten Nachfolger "Besser" (2013) erhielt Doris Knecht den Buchpreis der Stiftung Ravensburger Verlag. Sie lebt mit ihrer Familie in Wien und im Waldviertel.

"Wald"

Eine Frau allein in einem abgelegenen Haus in den Voralpen: Marian haust primitiv, in unfreiwilliger Autarkie, denn sie hat alles verloren. Früher, in der Stadt, hatte Marian Mode entworfen und lebte gut, dann trieben die Krise und eigene Fehler sie in den Bankrott, zum völligen Rückzug. Aber auch der Versuch, im geerbten Haus wieder zu sich zu finden, wird für Marian zum Überlebenskampf. Mühsam lernt sie, sich zu versorgen, sie fischt, wildert, stiehlt Gemüse und Hühner. Und sie muss sich arrangieren, in neuen Abhängigkeiten: Der reiche Grundbesitzer Franz versorgt sie mit dem Nötigsten – nicht ganz uneigennützig. Im Dorf feindet man die Außenseiterin immer mehr an. Als sie beschimpft und bedroht wird, muss Marian sich den Dingen stellen. Was ist das nun eigentlich mit Franz? Und wie kann sie ihr Leben wieder in den Griff bekommen?

Stückweise enthüllt der Roman Marians Sturz, schnell und unverblümt erzählt er, wie sie sich in ihrem neuen, archaischen Leben zu behaupten lernt. Eine starke, gefallene Frau mit dem Willen zum Neuanfang, und das Dasein auf dem Land als Spiegel einer brüchigen bürgerlichen Welt – in "Wald" findet Doris Knecht nicht nur einen unverwechselbaren Ton, sie erzählt auch auf mitreißende Weise davon, wie es ist, wenn man sein schönes Leben auf einen Schlag verliert.

Arno Geiger

Arno Geiger LITERASEE 2015

Arno Geiger, 1968 geboren, Abschluß des Studiums der Deutschen Philologie, Alten Geschichte und Vergleichenden Literaturwissenschaft in Wien und Innsbruck. Lebt in Wolfurt und Wien. Sein Werk erscheint bei Hanser, zuletzt "Selbstporträt mit Flusspferd" (2015), "Der alte König in seinem Exil" (2011), "Alles über Sally" (2009). Er erhielt u. a. den Deutschen Buchpreis (2005), den Hebel-Preis (2008), den Hölderlin-Preis (2011) und den Literaturpreis der Adenauer-Stiftung (2011).  

"Selbstporträt mit Flusspferd"

Die Geschichte einer Trennung, einer Liebe und eines Flusspferds, das von der Liebe nichts versteht. Arno Geiger erzählt von der Schwierigkeit des Erwachsenwerdens in einer unverständlichen Welt. Julian ist zweiundzwanzig, mit der Trennung von Judith kommt er nicht klar, obwohl er sie gewollt hat. So übernimmt er in Professor Behams Garten die Pflege eines  Zwergflusspferds, das – komisch und rätselhaft – bald den Rhythmus dieses Sommers bestimmt: Es isst, gähnt, taucht und stinkt. Julian weiß, das sympathische Tier will ihm etwas sagen. Doch er ist abgelenkt von Aiko, der siebenundzwanzigjährigen Tochter des Professors, in die er sich ernsthaft verliebt, während sein Freund Tibor ihm zu mehr Leichtigkeit rät. Verwirrend:Tibors Leichtigkeit. Und beängstigend: die kaputtgehende Welt. Was aber, wenn das Zwergflusspferd einen Platz für den Winter gefunden hat? Wenn Aiko zurückgeht nach Paris? Arno Geiger erzählt in seinem ganz persönlichen, unverwechselbaren Ton vom Jungsein, von der Suche nach dem, was wichtig ist, von der Suche nach einem eigenen Platz in der Welt.

Raimund Fellinger

Raimund Fellinger LITERASEE 2015

Raimund Fellinger, geboren am 1. Oktober 1951 in Dillingen/Saar, arbeitet nach dem Studium von Germanistik, Linguistik und Politikwissenschaft seit 1979 als Lektor im Suhrkamp Verlag. 1980 übernahm er die Verantwortung für die edition suhrkamp, seit 2006 ist er Cheflektor des Suhrkamp Verlags, seit 2010 zudem des Insel Verlags.

Raimund Fellinger liest:

Thomas Bernhard, Werke in 22 Bänden - Band 21: Gedichte

Herausgegeben von Raimund Fellinger

Abschluss der Werke von Thomas Bernhard: die Gedichte

Thomas Bernhards erste Veröffentlichung überhaupt war ein Gedicht. Am 22. April 1952 erschien im Münchner Merkur Mein Weltenstück. Die ersten drei Bücher Bernhards (Auf der Erde und in der Hölle, In hora mortis, Unter dem Eisen des Mondes) waren Gedichtbände. Danach schrieb Thomas Bernhard Prosa und Dramen. Erst 1981 gab er mit Ave Vergil einen Ende der fünfziger Jahre zusammengestellten Gedichtzyklus zum Druck frei und wünschte sich schließlich zwei Jahre vor seinem Tod eine Neuausgabe von In hora mortis. Lässt sich aus dieser Schreibgeschichte folgern, dass Thomas Bernhards Lyrik eine Sackgasse war, wie eines der gängigen Urteile der Forschung lautet?

Neben der Präsentation sämtlicher Gedichte Thomas Bernhards wird in dem vorliegenden Band auch die besondere Produktionsweise dieses Autors dokumentiert: Einzelne Gedichte werden zu Verszeilen in anderen Gedichten, ganze Gedichte finden in veränderter oder unveränderter Form Eingang in Gedichtzyklen. Anders formuliert: In den fünfziger Jahren werden die Gedichte ständig umformuliert, ein Vorgang, der in den achtziger Jahren dazu führt, dass der erste Gedichtband Auf der Erde und in der Hölle vollständig durchgearbeitet wird. Die »neue Version« wird in diesem Band zum ersten Mal gedruckt.